Amiaz Habtu: Man muss das Richtige tun

Amiaz Habtu
Amiaz Habtu © Cover Media

Amiaz Habtu verlor trotz des schweren Themas bei seinem TV-Projekt 'Der Rassist in mir' nicht seine gute Laune, für die er eine besondere Definition hat.

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Rückgrat sorgt für gute Laune

Gestern Abend strahlte ZDFneo das Experiment aus, bei dem 39 ahnungslose Menschen an einem Workshop zum Thema Rassismus teilnehmen. Sie werden in zwei Gruppen aufgeteilt: die Blauäugigen, die sich grobe Behandlungsweisen gefallen lassen müssen, und die Braunäugigen, denen von dem Anti-Rassismus-Trainer Jürgen Schlicher und seinem Team eingetrichtert wird, sie seien etwas Besseres. Dann werden alle Teilnehmer wieder zusammengebracht. Interessant war bei dem Experiment, das auf dem 'Blue Eyed'-Programm der Amerikanerin Jane Elliot Ende der 60er Jahre beruht, dass es zwar individuelle Teilnehmer gab, die sich gegen die Hetze wehrten, sich diese aber nicht untereinander zusammenschlossen.

"Aber der Leiter hat das ja auch raffiniert gemacht. Das Experiment hat für das alltägliche Leben gezeigt: Man muss aufstehen, wenn einem etwas nicht gefällt, und das begründen", überlegte der Moderator Amiaz Habtu im Interview mit 'Planet Interview'. "Am besten in einer Gruppe - gemeinsam ist man stark. So platt sich das anhört, so wahr ist der Spruch."

Amiaz Habtu floh 1978 mit seiner Familie aus dem afrikanischen Eritrea und lebt seitdem in Deutschland. Er selbst machte nie Erfahrungen mit Diskriminierungen, was er seiner Erziehung zuschreibt. Dennoch: Ein solches TV-Projekt, bei dem die Teilnehmer am Ende häufig über sich selbst und ihr Verhalten erschrocken sind, geht an die Nieren. Seine positive Einstellung verlor der Fernsehmann dennoch nicht: "Die gute Laune ist mir nie vergangen. Die drückt sich ja nicht nur darin aus, dass man die ganze Zeit lacht. Gute Laune entsteht auch, wenn man das Gefühl hat, man hat das Richtige getan. Und das hatte ich bei diesem Format."

Auch der Anti-Rassismus-Trainer, der laut seiner Internetseite seit 15 Jahren in den Bereichen Diversity Management, Nicht-Diskriminierung und Interkulturalisierung arbeitet und von Jane Elliot ausgebildet wurde, hofft darauf, mit Experimenten wie diesem die Menschen wachrütteln zu können - in einer Nachbesprechung fasste Schlicher laut 'stern.de' zusammen: "Wenn Ihr anfangen würdet, in so einer Situation etwas zu sagen und dafür zu sorgen, dass das aufhört, wird die Situation sich sofort ändern."

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