Álvaro Soler: Der spanische 'El Mismo sol'-Star möchte jetzt auch in Deutschland durchstarten

Álvaro Soler
Jennifer Lopez steht auf Álvaro Soler. Foto: Alexander Heinl © DPA

Álvaro Soler hat vieles von dem, was man braucht, um im Musikgeschäft erfolgreich zu sein: Charisma, Talent, gutes Aussehen. Und eine butterweiche Stimme.

- Anzeige -

Der in Berlin lebende 25-Jährige hat jetzt sein Debütalbum "Eterno agosto" (Ewiger August) in Deutschland veröffentlicht - eine Platte, die ihn in einigen europäischen Ländern, insbesondere in Italien, erfolgreich machte. Sogar Superstar Jennifer Lopez ist angetan von Soler und lud ihn bereits zum Duett ein.

Dabei ist es vor allem die Geschichte des Menschen Álvaro Soler, die fasziniert: 1991 wurde er als Sohn eines deutschen Vaters und einer spanischen Mutter in Barcelona geboren. Im Alter von zehn Jahren zog er gemeinsam mit der Familie nach Tokio. Musik spielte in seinem Leben bis dahin eher eine Nebenrolle. "In Japan habe ich zum ersten Mal Klavierunterricht bekommen, das war für mich der erste Schritt in die Musikalität. Ab da ist alles eskaliert", sagt Soler im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Musik entwickelte sich zu seiner großen Leidenschaft - aber blieb zunächst ein Hobby. Sein Weg führte ihn mit 17 Jahren schließlich zurück nach Barcelona. Dort machte er Abitur und studierte anschließend Industriedesign. "Ich wollte als Kind immer Autodesigner werden, daher war der Studiengang bewusst gewählt." Auch wenn er das Studium zum Abschluss brachte - gerade in dieser Phase nahm seine Musikkarriere immer konkretere Züge an.

Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden gründete Soler die Band Urban Light, mit der er erste Erfolge verbuchen konnte. "Eine Zeit, die für meine Solokarriere unheimlich wichtig war, denn das war ein wenig so etwas wie eine Musikschule für mich." Die Jungs erreichten das Finale einer spanischen Castingshow, sie schrieben erst ihre eigenen Lieder, dann auch Songs für andere Künstler. Dennoch habe er Musik eher als Hobby betrieben, "wenn auch sehr professionalisiert".

Nach dem Studium setzte er dann aber doch alles auf die Karte "Musik": "Ich konnte keinen Job mit meinem Studienabschluss finden. Also habe ich damals beschlossen, erst einmal zwei Jahre lang nur Musik zu machen und zu schauen, was passiert."

Schließlich bekam Soler seinen eigenen Plattenvertrag. Daraufhin folgte Anfang 2015 der Umzug in die deutsche Hauptstadt. "Hier haben sich einfach alle Türen geöffnet. Berlin als Stadt, die ganze Geschichte, ist schon sehr faszinierend, kulturell unglaublich vielfältig." Außerdem sei die deutsche Hauptstadt sehr kreativ - ein klarer Vorteil gegenüber seiner Heimat Barcelona.

In Deutschland arbeitete er an seinem spanischsprachigen Debütalbum. Die erste Singleauskopplung "El mismo sol" (Die selbe Sonne) wurde 2015 ein Sommerhit und war so etwas wie ein Rückblick auf sein bisheriges Leben. "Ich bin bilingual aufgewachsen, habe viele Kulturen kennengelernt. Auch die Erfahrungen, die ich in Japan gemacht habe, haben mir enorm geholfen." Er wolle mit dem Lied ausdrücken, "dass man alle Menschen, egal wo man herkommt, durch Musik verbinden kann."

Das kam besonders in Italien gut an. Dort kletterte die Single innerhalb von zwei Wochen auf Platz eins, wurde fünffach mit Platin ausgezeichnet. Auch in der Schweiz landete sie an der Spitze der Charts. Sein Erfolg sprach sich schließlich bis zu Jennifer Lopez herum. Die amerikanische Latin-Queen wurde auf Solers Hit aufmerksam und war anscheinend Feuer und Flamme. Eines Tages erreichte Solers Team eine E-Mail. Lopez schlug ein Duett vor.

"Nach einigen Monaten kam dann wirklich ihre Stimme auf meinen Song. Erst da war mir klar, dass sie es wirklich ernst gemeint hatte", erzählt Soler. Plötzlich saß er im Flieger, es folgten ein Videodreh in New York und ein gemeinsamer Auftritt in Las Vegas. "Eine total coole Erfahrung. Sie ist sehr nett und warmherzig und eine echte Teamplayerin."

Seitdem geht es steil bergauf. Und auch seine zweite Single "Sofia" hat es an die Spitze der italienischen Charts geschafft. Ähnliche Erfolge möchte er nun auch in Deutschland feiern. "Ich bin gespannt, wie meine Musik hierzulande ankommt." Zeit, all das bisher Erlebte zu verdauen, hat er nach eigenen Angaben aber noch nicht wirklich gehabt. "Daher ist es zwischendurch auch mal ganz gut, wenn man ein paar Tage frei hat und vielleicht auch einfach einmal in Ruhe nachdenken kann."


dpa

— ANZEIGE —