Aloe Blacc im exklusiven Interview

Wir trafen Aloe Blacc in Köln zum Interview
Aloe Blacc weiß, was er will - und zwar Musik machen. Auch wenn er dafür hart arbeiten muss ...

"Heute bist du erfolgreich, morgen hast du alles verloren"

Für deine aktuelle Single 'Love is The Answer‘ konntest du Pharrell Williams als Produzent gewinnen. Wie lief die Zusammenarbeit?

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Aloe: Er ist wirklich wahnsinnig kreativ und es war echt einfach mit ihm zusammenzuarbeiten. Als wir uns das erste Mal getroffen habe, hatte ich die Chance, ihm ein paar Songs von meinem neuen Album vorzuspielen. Das Album war ja eigentlich schon fertig aufgenommen. Aber die Plattenfirma hat mir empfohlen, mich noch mit ihm zu treffen – und ich wollte das natürlich auch, weil er einfach einer der besten und erfolgreichsten Produzenten ist. Es endete damit, dass wir einen Song zusammen gemacht haben. Und ich bin natürlich happy, dass ich für den Song, der eine derart positive Botschaft transportiert, so einen fantastischen Produzenten wie Pharrell gewinnen konnte. So hat der Song natürlich mehr Chancen, weltweit ein Hit zu werden.

Welcher Song ist denn der persönlichste auf dem Album?

Aloe: Vermutlich ‚Here Today‘. Diesen Song habe ich mit dem Gedanken daran geschrieben, wie schnell es passieren kann, dass du von heute auf morgen erfolgreich bist, aber du genauso schnell alles wieder verlieren kannst. Insbesondere in der Unterhaltungsbranche bist du immer nur so gut, wie du darin bestehen kannst. Daher ist es mein Ziel weiterhin starke Songs hervorzubringen, die den Leuten Freude bringen und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie von Bedeutung sind. Ich möchte Menschen, die vielleicht nicht so kreativ im Umgang mit Worten sind, die Möglichkeit geben, meine Lyrics zu benutzen, um sich auszudrücken.

Obwohl ja dein Zuhause Amerika bekanntermaßen die Heimat des Soul ist, war dein Durchbruch-Album 'Good Things‘ vor allem ein Riesenerfolg in Europa. Was glaubst du, woran das lag?

Aloe: Ich würde sagen, das musikalische Klima in Europa und Amerika ist unterschiedlich. In Amerika ist die Hürde für einen Künstlern in die Charts zu kommen, wesentlich höher – vor allem kostet es eine Menge Geld, die Musik auf dem amerikanischen Markt zu promoten. Als ich bei einem kleinen unabhängigen Label mit wenig Geld war, war es sehr schwierig. In Europa hatte ich das Glück bei einer großen Plattenfirma unterzukommen – was extrem geholfen hat, was die Bewerbung und das Marketing angeht.

‘I Need A Dollar‘ war dein erster großer Hit. Hast du dir von den Einnahmen aus dem Song etwas Spezielles gekauft?

Aloe: Ja. Eigentlich gebe ich gar nicht viel Geld aus. Aber danach habe ich mir eine IWC-Armband-Uhr (Anmer. Red: Schweizer Luxusarmbanduhr) geleistet. Ich trage sie sogar gerade.

"Mein Vater riet mir: Trag lieber einen Anzug."

Aloe Blacc mag es stylisch!
Wie aus dem Ei gepellt ... Schiebermützen, Anzug, Krawatte - ein gepflegter Look gehört zu Aloe Blaccs Markenzeichen.

Früher warst du je eher auf Hip-Hop geeicht. Wie kam der Schritt zum Soul?

Aloe: Der kam eigentlich durch den Vorschlag des Managers meine früheren Labels. Er hat mir damals geraten, ein Soul-Album aufzunehmen. Ein guter Rat. Denn daraus konnte ich eine eigene Identität innerhalb der Musik-Industrie entwickeln, und ein Bewusstsein für mich als Aloe Blacc und meine Musik kreiieren.

Könntest du dir denn vorstellen wieder mehr Hip-Hop zu machen?

Aloe: Ich mache ja immer noch Hip-Hop. Vielleicht werde ich kommendes Jahr was mit Hip-Hop veröffentlichen – gemeinsam mit DJ Exile, mit dem ich schon seit meinem 15. Lebensjahr befreundet bin. Wir machen jetzt schon ziemlich lange Musik zusammen.

Du drückst deine Kreativität ja auch durch deinen Look aus. Wie wichtig ist dir dein Style?

Aloe: Vor allem im Hip-Hop ist es wichtig seinen individuellen Style zu haben. Aber damals, als ich noch Hip-Hop gemacht habe, meinte mein Vater immer, ich solle nicht diese furchtbar weiten Hosen tragen, sondern lieber einen Anzug. Darum habe ich entschieden, dass ich zu meiner Soulmusik eben einen Anzug trage und einfach stylisher unterwegs bin. Wenn Leute nur dein Foto sehen, und nicht deine Musik dazu hören, sollen sie trotzdem einen positiven Eindruck von mir bekommen. Und wenn sie dann noch meine Musik dazu hören, denken sie hoffentlich zusätzlich: Oh, er macht ja auch noch gute Musik.

Wie viele Sonnenbrillen und Hüte hast du denn im Schrank?

Aloe: Keine Ahnung, vielleicht von jedem zehn Stück. Meistens trage ich eh immer dieselben. Meine Favoriten. Aber vielleicht bringe ich ja eines Tages eine eigene Kollektion mit Sonnenbrillen und Hüten raus.

Welche Schlagzeile würdest du denn gerne mal über dich lesen?

Aloe: „Aloe Blacc wurde in die 'Hall of Fame der Songwriter' aufgenommen“. Das würde ich gerne lesen.

Vielen Dank für das Interview

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