Aloe Blacc im exklusiven Interview

Aloe Blacc im exklusiven Interview
Mit 'I Need A Dollar' landete Aloe Blacc bereits 2010 einen Hit.

Es gibt zurzeit kaum eine Party, auf der nicht zur samt-weichen Stimme von Aloe Blacc getanzt wird. Zusammen mit Avicii landete der 34-jährige Soulmusiker mit 'Wake Me Up' wohl DEN Hit 2013. Mit 'Lift Your Spirit' erschien kürzlich sein neues Album. Wir trafen den Kalifornier, der vor wenigen Monaten erst Papa geworden ist, zum Interview. Dabei entpuppte sich Aloe als echter "Streber", der seine Karriere fest im Blick hat. Ansonsten gab er sich eher undurchschaubar, und das lag nicht nur an der verspiegelten Sonnenbrille, die er auch während des Gesprächs nicht abnahm.

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Von Anja Blanuscha

Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Album ‚Lift Your Spirit‘. Was beflügelt denn deinen Geist?

Aloe Blacc: Momentan natürlich die Tatsache, dass ein Song von mir im Radio läuft, der rund um die Welt wahnsinnig erfolgreich ist. Außerdem die Chance zu bekommen, meine Musik einem breiten Publikum vorstellen zu dürfen. Ehrlich gesagt, es ist einfach wundervoll für mich, das Leben eines Musikers zu leben, meine Musik zu veröffentlichen, die Welt zu bereisen – das macht schon Spaß.

Klingt, als wäre da ein Traum wahr geworden … Es gibt derzeit vermutlich keine Party, auf der nicht der Song ‚Wake Me Up‘ läuft. Wie fühlt sich das an, so einen Mega-Hit im Repertoire zu haben?

Aloe: Ja, das ist wie im Traum! Deshalb: Wake me up, when it’s all over! Das ist schon ziemlich cool. Wenn ich Musik mache, soll mir diese natürlich gefallen. Und wenn ich sie mag, hoffe ich natürlich, dass auch andere Leuten sie mögen – je mehr, desto besser. So muss ich mir keinen neuen Job suchen, sondern kann weiter meine Musik machen.

Machst du denn selber auch viel Party?

Aloe: Mich trifft man eigentlich nicht so häufig auf Partys an. Eine Ausnahme ist die Party „The Do-Over“. Das ist eine Veranstaltung, die ich mit ein paar Freunden vor einiger Zeit in Los Angeles ins Leben gerufen habe. Wir veranstalten diese Partys in Hollywood, aber auch in London, Tokio, New York, Miami … Die Partys finden tagsüber statt – und darum geht es auch: Auch am Tag Spaß mit Musik zu haben. Die Feiern sind öffentlich und umsonst. Uns geht es darum, richtig gute DJs für die Leute da draußen spielen zu lassen. Es gibt dabei auch keine Türkontrollen. Aber wenn du rein kommen willst, solltest du früh da sein, weil die Schlange davor meist ziemlich lang ist … Wir waren damit auch schon zwei Mal in Berlin. Ich hoffe, wir kommen bald wieder mal nach Deutschland, vielleicht ja nach Köln und München.

"Das viele Reisen stellt eine Liebe auf die Probe"

Im Talk mit Aloe Blacc
Sehr charmant, aber auch sehr reserviert. So richtig durschauen ließ sich Aloe Blacc während des Interviews nicht - und das lag nicht nur an seiner verspiegelten Sonnenbrille ...

Du hast das Jahr überwiegend im Studio verbracht. Was machst du denn zum Ausgleich?

Aloe: Die Arbeit im Studio spendet mir genügend Energie. Es ermüdet mich auch nicht. Wenn ich im Studio bin, und auf die Uhr schaue, bin ich erstaunt, wie schnell dort eine Stunde rumgeht. Das fühlt sich für mich eher an wie eine Minute. Von daher muss ich nichts tun, um meine Akkus wieder aufzuladen.

Und was machst du so in deiner Freizeit?

Aloe: In meiner Freizeit schreibe ich Songs, und im Studio nehme ich sie dann auf … Oder ich hänge einfach mit meiner Familie ab.

Du scheinst sehr in dir zu ruhen. Gibt es etwas, dass dich richtig stresst?

Aloe: Ja, meinen Terminplan ordentlich zu managen. Das ist ganz schön stressig. Am liebsten möchte ich so viel Zeit wie möglich zu Hause verbringen, um mit meiner Familie zusammen sein zu können. Aber ich bin mit meiner Musik ständig unterwegs – deshalb stehe ich oft im Zwiespalt zwischen der Liebe zu meiner Musik und der Liebe zu meiner Familie. Das viele Reisen stellt eine Liebe manchmal schon auf die Probe.

Du bist ja vor drei Monaten erst Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch!

Aloe: Ja, ich vermisse meine Familie sehr. Skype ist auf jeden Fall eine wundervolle Erfindung. Auch Smartphones machen es einem natürlich etwas leichter.

Hast du denn schon ein Geschenk aus Europa für dein Töchterchen gekauft?

Aloe: Bisher noch nicht, ich werde wahrscheinlich was in London kaufen.

Deine Frau - die Australierin Maya Jupiter - ist ja auch Musikerin. Wer sucht denn bei euch zu Hause die Musik aus?

Aloe: Puh, schwierig, aber ich würde sagen, dass ich in der Regel die Musik aussuche. Ich bin für gewöhnlich derjenige, der die Stereo-Anlage anstellt.

Was für eine Musik würdest du denn für ein erstes Date auswählen?

Aloe: Auf jeden Fall Musik, die Spaß macht und die dich zum Tanzen bringt. Das ist immer die beste Wahl. Wenn man tanzt und fröhlich ist, dann wird es wahrscheinlich auch ein zweites Date geben.

Apropos Date. Du hast deine Frau ja bei einem Interview kennen gelernt. Es gibt da dieses Video-Interview aus dem Jahr 2006, das Maya mit dir geführt hat. Wie ist es, sich das im Nachhinein noch mal anzusehen?

Aloe: Ja, das war das erste Mal, dass wir uns begegnet sind. Aber das Interview haben wir uns nicht noch mal angesehen. Ich denke nicht, dass wir das brauchen. Wir sind auch so glücklich.

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