Hollywood Blog by Jessica Mazur

Alles Teil ihres Plans: Wie Angelina Jolie die Medien manipuliert

Angelina Jolie
Angelina Jolie hat den Termin für die Scheidung ganz bewusst gewählt. © Getty Images

Hollywood Blog von Jessica Mazur

Hollywood, 22.September 2016 - Wir schreiben Tag drei "n.B." (nach Brangelina). Das Gossip-Feuer, das die "Jolie Pitt: DIVORCE!"-Meldung mit sich brachte, hat sich noch immer nicht gelegt. Über eine Sache sind sich Hollywood-Experten jedoch einig: Angelina Jolie ist und bleibt der größte und beste 'MMM' (Master Media Manipulator), den die Entertainment-Branche je gesehen hat. Warum? Weil der bisherige Verlauf der Scheidung und der damit verbundenen Schlagzeilen angeblich akribisch von ihr geplant wurden... 

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Hier die Fakten: Wie TMZ berichtet, wurden die Scheidungspapiere bereits letzten Freitag (16. September) fertiggestellt. Nun ist Freitagnachmittag für die meisten Promis in ähnlicher Situation der ideale Zeitpunkt, die Papiere auch gleich beim Gericht einzureichen und die Trennung publik zu machen. Denn am Wochenende sind die meisten Redaktionen nur spärlich besetzt und die zu erwartende Schlagzeilen-Welle fällt im Idealfall möglichst gering aus.

Doch nicht so Angelina Jolie. Sie entschloss sich zu warten. Sie wartete die Emmys am Sonntag ab (in den US-Klatschspalten ein riesiges Thema). Und sie wartete sogar noch die Emmy-Berichterstattung am Montag ab, mit ihren ganzen „Best Dressed“-Listen und Awardshow-Gossip. Doch am Dienstagmorgen - als ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit der Entertainmentbranche sicher war – schlug sie zu, so die Experten. Und zwar mit Hilfe von TMZ (über die Verbindung zwischen Jolies Anwältin Laura Wasser und TMZ habe ich ja gestern bereits berichtet).

Die Webseite ließ aber nicht nur den Mega-Scheidungsschocker aus dem Sack, sie lieferte auch gleich noch Insider-Wissen und ein erstes Statement vom Anwalt. Das Ergebnis: In einem Atemzug mit der Trennung lernt die Welt, dass Brad Pitt angeblich Drogen-, Alkohol- und Aggressionsprobleme hat und mit seinem „parenting style“ irgendwas nicht stimmt. Angelia Jolie hingegen, so heißt es zumindest, ginge es einzig und allein um das „Wohl ihrer Familie“. Behauptungen, die nicht nur Jolie ins rechte Licht rücken, sondern die die Presse in den kommenden Stunden auch wie erwartet weltweit kopiert und verbreitet.

Ganz klar: 1:0 für Jolie. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der - wie es heißt - völlig überrumpelte Brad Pitt noch nicht mal äußern können, er war aber schon im Zugzwang. Denn im Raum stehen plötzlich Anschuldigungen, gegen die er sich verteidigen muss. Kurzum: Sein Image ist angekratzt, während Angelina als besorgte Mutter dasteht. Zufall? Wohl kaum.


Hat Angelina Jolie die Trennung eiskalt geplant?
Hat Angelina Jolie die Trennung eiskalt geplant? Die Hinweise verdichten sich 00:02:19
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Die Journalistin Elaine Lui, die sich hier in der Stadt mit der Gerüchteküche auskennt wie kaum eine Zweite, erklärte dazu jetzt dem 'NY Magazine': „Das alles gehörte zu Angelinas Plan, die Medien wie immer zu kontrollieren, ihre Seite zuerst rauszubringen, so dass sie bei Verhandlungen die Oberhand hat.“ Und alle haben angebissen. Mich eingeschlossen, denn auch ich habe gestern in meinem Blog gefragt, welchen Mist Pitt wohl verbockt hat. Hm, vielleicht gar keinen...?

In den kommenden Wochen wird bestimmt noch viel berichtet werden vom Ende der Brangelina-Ära. Doch dabei gilt: immer schön zwischen den Zeilen lesen. Und nicht vergessen: TMZ ist Team Jolie. Und 'People' (angeblich leicht angesäuert, weil das Blatt nicht zuerst von der Scheidung wusste. Schließlich zahlte das Magazin in den letzten Jahren Millionen für die exklusive Berichterstattung und Fotos des Paares) ist im Moment Brad Pitt wohlgesonnener.

Der Stand der Dinge: Während vor dem Los-Feliz-Anwesen der Großfamilie in diesen Stunden die ersten Umzugswagen gepackt werden, sollen sich Angelina Jolie und ihre Anwälte in einem gemieteten Anwesen in LA aufhalten, um die nächsten Schritte zu planen. Man darf also gespannt sein, welcher Schachzug als nächstes kommt. Auf jeden Fall ein gut durchdachter, so viel ist klar.

Denn wie formulierte es Bonnie Fuller, ehemals Chefredakteurin der 'US Weekly' gegenüber der 'NY Times': "Angelina ist beängstigend schlau. Aber auch Schlauheit bringt dich nur zu einem gewissen Punkt. Sie hat außerdem die Gabe, vermutlich mehr als jeder andere Star, genau zu wissen, wie man in der Öffentlichkeit sein Image formt." Oder eben auch das Image von anderen ankratzt.

Ob das, was dabei rauskommt, allerdings wirklich das Beste für die sechs Kinder ist, die vermutlich alle über Ipads und Computer verfügen und lesen können, wie das Internet funktioniert, sei mal dahingestellt...

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.


Jessica Mazur