'Alles ist Liebe' mit Christian Ulmen und Nora Tschirner: Ein schlechter Abklatsch von 'Tatsächlich…Liebe'

von
'Alles ist Liebe' mit Tom Beck, Nora Tschirner und Christian Ulmen: 'Tatsächlich... Liebe'-Abklatsch
Tom Beck und Nora Tschirner in 'Alles ist Liebe'

2 von 5 Punkten

Was wäre die Weihnachtszeit ohne eine kitschige Liebeskomödie? Braucht kein Mensch, aber gibt es trotzdem jedes Jahr. Mit 'Alles ist Liebe' kommt jetzt die deutsche Antwort auf den Weihnachtsklassiker 'Tatsächlich… Liebe'. Denn nicht nur der Titel verrät schon die Anlehnung an sein britisches Vorbild, auch sonst handelt es sich hier mehr oder weniger um einen billigen Abklatsch. So erzählt der Ensemble-Film mehrere kleine Love Storys, die sich rund um die Weihnachtszeit ereignen und – Überraschung! – alle mit einem kitschigen Happy End enden.

- Anzeige -

Von Mariana Jang

Leider ging der Versuch, die An-Weihnachten-haben-wir-uns-alle-wieder-lieb-Geschichte nach Deutschland zu holen, komplett nach hinten los – und das obwohl dafür das 'Who is Who' der deutschen Schauspielriege verpflichtet wurde: Nora Tschirner, Christian Ulmen, Heike Makatsch, Wotan Wilke-Möhring, Tom Beck, Friedrich Mücke, Elmar Wepper und so weiter und so fort. Doch letzten Endes bleibt der Film nur eine schlechte Kopie des Originals.

Dabei gibt Nora Tschirner wirklich ihr Bestes, scheut sie sich doch in gewohnter 'Keinohrhasen'-Manier nicht davor, sich mal wieder zum Affen zu machen. So verkleidet sie sich zum Beispiel als überdimensionales Geschenk oder pinkelt dem Weihnachtsmann in den Schlitten – ähnlich peinliche Szenen kennen wir ja bereits aus den Schweiger-Filmen. Auch Tom Beck, der ihre verflossene Liebe spielt, kommt nicht wirklich besser weg: Dieser quetscht sich in ein hautenges Ganzkörper-Kostüm, um als Erzengel Gabriel seine Liebste zurückzuerobern und dabei aussieht wie die kleine Schwester von Olivia Jones. Trotz dieses Körpereinsatzes und einer selbstironischen Haltung, gelingt es den beiden nicht, die gewollt kitschige Liebesgeschichte erträglicher zu machen.

'Alles ist Liebe' verzichtet nicht auf Klischees

'Alles ist Liebe' mit Tom Beck, Nora Tschirner und Christian Ulmen: 'Tatsächlich... Liebe'-Abklatsch
Friedrich Mücke und Christian Ulmen spielen ein schwules Pärchen

Auch die Filmkollegen Christian Ulmen und Friedrich Mücke haben mit Beziehungsproblemen zu kämpfen: Die beiden haben sich verlobt und – wie kann es auch anders sein – einer von ihnen bekommt kurz vor der Hochzeit kalte Füße. Dass man ihnen ihre Rollen nicht so wirklich abkaufen kann, zeigen die Outtakes am Ende des Films: So wischt sich Mücke nach einem feuchtfröhlichen Zungenkuss mit seinem Filmpartner erstmal den Mund ab. Kein Wunder also, dass ihre Performance als schwules Pärchen alles andere als überzeugend wirkt. Und natürlich wurde auch diesmal nicht auf Schwulen-Klischees verzichtet: Ob nun das übertrieben zimperliche Verhalten des einen oder die kitschig geratene Inneneinrichtung des anderen …

Die einzig halbwegs glaubwürdige Geschichte, die ein wenig ans Herz geht, liefern Heike Makatsch und Wotan Wilke Möhring. Nachdem er sie mit der Grundschullehrerin ihres gemeinsamen Sohnes betrogen hat, herrscht zwischen den beiden Funkstille. Was die beiden Schauspieler anfangs noch mit viel Gefühl und Authentizität auf die Leinwand bringen, wird am Ende durch eine absurde und vorhersehbare Handlung wieder zunichte gemacht. Und auch die Geschichte über einen obdachlosen Weihnachtsmann, nach dem die ganze Stadt sucht, wirkt höchst konstruiert und in Deutschland völlig deplatziert. Ein paar Figuren weniger und dafür mehr Tiefgang hätten dem Film sicher nicht geschadet. Da hilft es auch nichts, einen altbekannten Kino-Hit wieder aufzuwärmen.

Kinostart: 4. Dezember 2014

Genre: Komödie

Originaltitel: Alles ist Liebe

Filmlänge: 120 Minuten

— ANZEIGE —