Alfredo Pauly: Ein Mann für echte Ladys

Alfredo Pauly Biografie
Der Modedesigner Alfredo Pauly © picture alliance / Geisler-Fotop, Oliver Hausen/Geisler-Fotopress

Das Privatleben des Pelzmodedesigners

Alfredo Paulys Name steht dank seiner Pelz- und Schmuckkollektionen für Luxus schlechthin. Dabei wuchs er in einem kleinen, bescheidenen Weingut im Moseltal auf, wo er 1955 geboren wurde.

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Schon als Kind hatte er das Gefühl, anders zu sein: Er zeichnete Kleider und spielte mit Puppen. Für ihn stand fest: Einmal würde er Modeschöpfer werden. Die Eltern waren als Weinbauern von der Idee nicht sehr begeistert. Paulys Geschmack wurde jedoch nicht zuletzt dank seiner Herkunft geschult und verfeinert. Er sagt, er habe früh gelernt, erlesene Qualität wirklich zu schätzen. Trotzdem dauerte es einige Zeit, bis er seinen Traum umsetzen konnte. Er besuchte zwar sehr früh – und als einziger Mann in der Klasse – die ‚Modeschule Alf‘ und machte dort seinen Abschluss. Anschließend ging er zur Bundeswehr, später ließ er sich noch zum Sattler ausbilden. Seit Jahren ist er mit seiner Frau Sabine glücklich verheiratet. Er bezeichnet sich selbst als ‚Paradiesvogel‘, gibt aber über seinen Werdegang und sein Privatleben nur wenig bekannt, vielleicht deshalb, weil er als Pelz-Designer oft von Tierschützern angefeindet wird.

In den letzten Jahren hatte er öfters unangenehme Schlagzeilen. 2009 übergab ihm ein Kunde Ozelotfelle, die heute unter dem Artenschutzgesetz stehen und nicht gehandelt werden dürfen. Er nähte eine Decke aus den Fellen. Als der Kunde die Decke haben wollte, war sie verschwunden. Obwohl Pauly den Schaden beglich, endete er vor Gericht und musste 75 Tagessätze Strafe bezahlen. Der Vorwurf, er sei ein Betrüger, belastet seitdem sein Image. Dazu kam, dass er 2013 sein mit großem Engagement angekündigtes Vorhaben, ein Luxushotel zu errichten, aufgeben musste. Er hatte eine ehemalige Lehranstalt im rheinland-pfälzischen Walporzheim gekauft und dort ein ‚Chateau de Luxe‘ einrichten wollen. Er hatte 2007 unter 30 Bewerbern den Zuschlag für die Immobilie bekommen, die unter Denkmalschutz steht. 2009 hatte er den Verkaufsvertrag mit dem Landesbetrieb Liegenschaft- und Baubetreuung (LBB) unterschrieben. 1,8 Millionen soll Pauly für das Gebäude bezahlt haben. 2013 trat die LBB vom Kaufvertrag zurück: Fristen waren nicht eingehalten worden und Pauly hatte versucht, die Immobilie weiterzuverkaufen. Pauly kämpfte noch einige Monate weiter um sein Projekt, gab dann aber 2014 auf. 2011 wurde er außerdem überfallen und ausgeraubt. Die Täter fesselten ihn und seinen Mitarbeiter mit Handschellen und raubten Schmuck im Wert von gut einer Million Euro.

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