Alexander Held ließ sich für die Krimi-Reihe 'München Mord' in einen Koffer sperren

Alexander Held: "Im Koffer war es eng und heiß"
Alexander Held (r.) mit seinen Schauspiel-Kollegen Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier als Polizisten in "München Mord - Kein Mensch, kein Problem" © ZDF/Hendrik Heiden

Mit "München Mord" haben die Macher eine ganz besondere Krimi-Reihe erschaffen. Die drei Hauptcharaktere - Ludwig Schaller (Alexander Held), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) - sind mal lässig, mal klug, bisweilen tragisch oder skurril und stets sehr unterhaltsam. Und auch die Mordfälle, mit denen es das eigentlich eher ausgemusterte Trio zu tun bekommt, sind nie platt. Diesmal ging's mit "München Mord - Kein Mensch, kein Problem" (30.1., 20.15 Uhr, ZDF) in das Diplomatenmilieu. Ob das gut getroffen ist, erklärt Schauspieler Alexander Held (57, "Tatort: Im Schmerz geboren") im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Dabei verrät er aber auch, wie es so war im Koffer. Denn nach guter alter Schaller-Manier, der sich stets intensiv in Opfer und Täter hineinversetzt, lässt er sich in den Koffer sperren - wie die Leiche, die in einem Hotelzimmer gefunden wurde...

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Neue Folge "München Mord"

 

In der "München Mord"-Reihe spielen Sie den Kommissar Ludwig Schaller. Wie würden Sie den denn beschreiben?

 

Alexander Held: Ich glaube, dass wir manches gemeinsam haben: Ludwig Schaller kann sehr genau und gut beobachten und zuhören. Uns unterscheidet, dass ich eher ein diplomatisches Geschick habe. Das ist ihm weniger gegeben. Darum beneide ich ihn aber auch manchmal.

 

Wie steht's denn um seine seelische Gesundheit?

 

Held: Einige seiner Kollegen behaupten, er wäre im Irrenhaus gewesen, andere glauben, er wäre beim FBI gewesen. Die Mehrzahl meint aber auf jeden Fall, dass er eine sehr verrückte Note hat. Schaller selbst sieht das natürlich anders: Er betrachtet die Dinge einfach nur ver-rückt, also aus einer anderen Perspektive. Das eröffnet ihm neue Möglichkeiten. Das finde ich sehr sympathisch an ihm. Was ich auch sehr mag, ist der zivile Ungehorsam seinen Vorgesetzten gegenüber.

 

Im neuen Fall lässt sich der ungewöhnliche Ermittler in einen Koffer sperren. Wie war es da drin?

 

Held: Eng und heiß, weil der Sommer im vergangenen Jahr ja auch besonders heiß war. Wie es im Koffer ist, wusste ich aber schon, weil ich im Vorfeld der Dreharbeiten keine Kostüm-, sondern eine Kofferprobe hatte. Unter anderem deshalb, weil der Koffer so eng sein musste, dass man diese Enge auch wirklich erkennt. Gleichzeitig musste er aber auch noch zugehen. Der musste also auf den Zentimeter genau passen.

 

Wie lange waren Sie im Koffer?

 

Held: Insgesamt haben wir einen ganzen Tag an dem Bild gedreht. Da kann man zwischendurch natürlich schon mal wieder herauskommen aus dem Koffer, so ist es nicht, aber man muss auch wieder rein. Aber es gibt schlimmeres.

 

Was zum Beispiel?

 

Held: Im Winter in kaltes Wasser zu müssen. Oder in Afrika in einem Tümpel eine Kakerlake fangen und essen zu müssen. So etwas ist dann eher weniger erfreulich.

 

Was haben Sie am Set gegen die Hitze gemacht?

 

Held: Das war schon schwierig. Wir haben ja auch den vierten Krimi, "München Mord: Wo bist du, Feigling?", im vergangenen Sommer gedreht und ohne zu viel verraten zu wollen: Ich habe ein Winterkostüm an. Dagegen ist nur schwer etwas zu machen. Da muss man einfach durch.

 

Ist denn schon raus, ob es auch nach dem vierten Teil weitergeht?

 

Held: Ja. Wir werden auch dieses Jahr wieder zwei Krimis drehen. Das ist für uns alle natürlich eine Riesenfreude, auch weil wir drei - Alexander Held, Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier - ein sehr gutes Miteinander haben. Sowohl in der Arbeit, als auch mal abseits der Dreharbeiten verstehen wir uns hervorragend. Das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit und nicht immer so. Ich bin schon sehr gespannt auf die Drehbücher.

 

Der dritte Teil "München Mord: Kein Mensch, kein Problem" spielt in der Diplomaten-Szene. Kamen Sie damit schon mal in Berührung?

 

Held: Ja. Ich habe im Laufe meines Lebens schon mit etlichen Diplomaten zu tun gehabt. Erst letzten Februar war ich in Shanghai beim Internationalen Filmfestival. Da waren wir auch beim Deutschen Konsul eingeladen. Oder auch damals in Los Angeles, als wir mit "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (2005) für den Oscar nominiert waren. Ich sag's mal so: Wenn man auf eine gewisse Art und Weise erfolgreich ist, bleiben die Diplomaten nicht aus.

 

Unter anderem geht es im Film um die vielen Sonderregelungen für Diplomaten wie keine Gepäckkontrolle etc. Würden Sie sagen, der Film trifft diese Szene ganz gut?

 

Held: Es ist natürlich überhöht, aber die Mechanismen, die zwischendurch erkennbar sind, die haben durchaus einen Bezug zur Realität. Das macht es auch interessant für den Zuschauer, glaube ich.

 

Interessant ist übrigens auch eine Facebook-Seite über Sie. Was haben Sie damit zu tun?

 

Held: Ich habe zwar eine Facebook-Seite, die betreibe ich aber nicht selbst. Trotzdem staune ich immer wieder darüber, denn sie weiß mehr als ich selbst. Wenn ich mal wissen will, wo ich gerade bin, brauche ich da nur nachzuschauen. Sie macht das wirklich sehr gewissenhaft. Das überrascht mich jedes Mal aufs Neue.

 

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