Alan Rickman wäre 70 Jahre alt geworden: Rückblick auf seine beeindruckende Karriere

"Nach all den Jahren": Alan Rickman wäre 70 geworden
Alan Rickman starb am 14. Januar 2016 an Krebs © taniavolobueva / Shutterstock.com

Denkt man an den am 14. Januar verstorbenen Charakter-Schauspieler Alan Rickman (1946-2016), fällt einem wohl als erstes seine Rolle als Severus Snape in den der "Harry Potter"-Reihe ein. Zu denkwürdig war darin der Moment, als er sich mit dem einzigen Wort "Immer" vom verhassten Antagonisten zum tragischen Helden mauserte. Doch Rickman war so viel mehr als ein mysteriöser Zauberer: er machte mit einem Löffel Jagd auf den König der Diebe, war Bruce Willis liebste Schweinebacke, verlieh Gott eine Stimme und schwor bei Grabthars Hammer blutige Vergeltung. Anlässlich seines 70. Geburtstags am 21. Februar soll noch einmal seine bewegte und bewegende Karriere beleuchtet werden.

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"Harry Potter"-Star

 

Spätberufen

 

Wie bei vielen anderen berühmten Beispielen dauerte es auch bei Alan Rickman einige Zeit, ehe er seine Bestimmung im Schauspielfach fand. Harrison Ford war vor seiner Weltkarriere bekanntlich Schreiner und in den 40er Jahren konnte einem in Schottland der Milchmann Sean Connery begegnen. Rickman hingegen konnte durch sein Talent als Maler ein Stipendium an einer Privatschule ergattern, arbeitete zunächst lange Jahre als erfolgreicher Grafikdesigner und gründete gar seine eigene Firma.

Ab 1972 besuchte er die Royal Academy of Dramatic Art, befasste sich zunehmend mit den Werken von Shakespeare und machte sich als Theaterschauspieler einen Namen. Er wechselte für einzelne Serien-Episoden und TV-Filme zwar immer wieder zum Fernsehen, bis zu seiner ersten Kinorolle sollte es aber bis 1988 dauern - die hatte es aber in sich.

 

Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke

 

Den Helden kannte man bis dahin nur aus Komödien und Romanzen, seinen Widersacher noch gar nicht - doch gemeinsam schrieben Rickman als Schurken-Genie Hans Gruber und Bruce Willis als Ein-Mann-Armee John McClain Kinogeschichte. Der Action-Kracher "Stirb Langsam" eroberte über Nacht die Herzen von Adrenalin-Junkies und machte Rickman nicht minder schnell berühmt.

Drei Jahre später, 1991, mimte er den nächsten ikonischen Super-Bösewicht - den Sheriff von Nottingham in "Robin Hood - König der Diebe". Unvergessen der Moment, als ihm im Film Erzfeind Robin Hood (Kevin Costner) eine Wunde im Gesicht zufügt und er ihm daraufhin blutige Rache schwört: "Ich schneide euch euer verdammtes Herz mit einem Löffel heraus!" Und wer sich nun wundert, warum ausgerechnet mit einem Löffel: "Weil es stumpf ist, Trottel, es tut mehr weh!"

 

Gottes Stimme und Weltraumbummler

 

1999 bewies Rickman doppelt, dass er zu mehr als nur dem ewigen Bösewicht taugt. Im theologischen Klamauk "Dogma" mimte er den Metatron, die Stimme Gottes - übrigens gespielt von Sängerin Alanis Morissette. Im selben Jahr ging er mit Kult-Heimwerker Tim Allen auf große Weltraumreise. Sein Part als griesgrämiger Alexander Dane/Dr. Lazarus in "Galaxy Quest", der letztendlich doch sein Herz aus Gold offenbart, war ihm auf den Leib geschrieben - "Bei Grapthars Hammer, dein Tod wird gerächt werden!"

Dies merkte man in seiner Reinform schließlich in der "Harry Potter"-Reihe. Beinahe zehn Jahre lang piesackte er den armen Waisenjungen und Zauberlehrling, ehe am Ende für alle überraschend enthüllt wurde, dass er Harry stets beschützt hatte und der heimliche Held der Geschichte war.

 

Was bleibt?

 

Noch ist der Tod von Rickman schmerzlich frisch und im Bewusstsein der Menschen. Sein Schaffen jedoch hat ihn unsterblich gemacht. In einigen Jahrzehnten werden vielleicht manche Menschen fragen: "Ihr schwärmt noch immer von Alan Rickman, nach all den Jahren?" - und die Gesamtheit der Filmfans wird ein "Immer" entgegenschmettern.

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