Airbag machen dem Prog-Rock Ehre

Airbag
Airbag: Die Artrocker aus Oslo machen alle glücklich. Foto: JT Larsen © DPA

Für ein schon so lange totgesagtes Pop-Genre ist der Progressive-Rock (in Fachkreisen "Prog") noch ziemlich lebendig. Auch die norwegische Band Airbag hat ganz sicher nichts gegen diese Stil-Schublade.

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Allem Punk zum Trotz gibt es für den Prog- oder auch Artrock immer noch ein treues, gar nicht mal kleines Publikum, das seiner Leidenschaft in eigenen Internetforen und Fachzeitschriften wie "Eclipsed" frönt. Die Platten der großen 70er-Jahre-Bands wie Pink Floyd, Genesis, Yes, King Crimson oder Emerson Lake & Palmer werden nach wie vor gekauft. Und längst wachsen in der heutigen Musikszene - also über 40 Jahre nach dem Prog-Höhepunkt - Cover-Bands, Epigonen und Verehrer nach. Oder, um eine alte Weisheit abzuwandeln: Prog ist nicht tot, er riecht nur etwas merkwürdig.

Zurück zu Airbag: Mit ihrem vierten Album "Disconnected" (Karisma/Plastic Head Music) dürften die 1994 in Oslo gegründeten Artrocker wieder alle glücklich machen, die auf lange Songs (nur sechs in gut 50 Minuten), psychedelische Klangbilder, epische Gitarrensoli, üppige Keyboards und kraftvolle Vocals stehen. Denn das, was Asle Tostrup und Bjørn Riis als Sänger hier machen, ist für das Genre nicht selbstverständlich: Ihr Gesang hat Soul und strahlt ganz viel Wärme aus.

Außerdem schreiben sie gute Lieder, selbst ein Zwölfminüter wie der Titelsong gerät Airbag ausgesprochen abwechslungsreich. Und virtuose Instrumentalisten sind die Norweger natürlich sowieso - auf nichts bildet sich das Prog-Genre mehr ein als auf die Könnerschaft seiner Musiker, und Airbag enttäuschen nicht. Wer also neben den oben genannten alten Kämpen gern Platten von Blackfield, Porcupine Tree respektive Steven Wilson oder The Dear Hunter hört, kann auch bei "Disconnected" ohne Sorge zugreifen.


dpa
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