Aids-Hilfe bedauert das Benaissa-Urteil

Aids-Hilfe bedauert das Benaissa-Urteil
© dpa, Boris Roessler

HIV-Prävention nicht einseitig

Nach der Verurteilung von Nadja Benaissa zu zwei Jahren Haft auf Bewährung kritisiert die Deutsche Aidshilfe (DAH) das Urteil: „Ich halte dieses Urteil für falsch. Es wird der HIV-Prävention dramatischen Schaden zufügen. Wir sehen die Politik nun in der Pflicht, das Strafrecht der Lebensrealität anzupassen“, erklärte DAH- Bundesvorstandsmitglied Carsten Schatz. In einem Interview mit dem ‚Morgen Magazin’ forderte die Bundesgeschäftsführerin der Aidshilfe Silke Klumb zuvor einen Freispruch.

Demnach seien beide Sexualpartner dafür verantwortlich, sich zu schützen. „Von dem Urteil gehen die falschen Botschaften aus, die der HIV-Prävention und der Emanzipation von chronisch Kranken in Deutschland Schaden zufügen werden“, heißt es weiter in der Erklärung.

Die DAH-Frauenreferentin Marianne Rademacher kritisierte außerdem, dass durch das Urteil die Verhütung vor allem Frauen und HIV-Positiven zugeschrieben würde und damit die gemeinsame Verantwortung zweier Menschen außer Kraft gesetzt würde.

Bereits vor dem Urteilsspruch sagte der Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe Jörg Litwinschuh: "Die Verantwortung gilt selbstverständlich auch für den HIV-Positiven, aber nicht ausschließlich. Beide Partner sollten sich um Safer Sex bemühen."

(Foto: dpa)

— ANZEIGE —