Accessoires der Zukunft: Schmuck aus dem 3D-Drucker

Accessoires der Zukunft: Schmuck aus dem 3D-Drucker
Model Ann-Kathrin Brömmel hat in Zusammenarbeit mit Stilnest ihre eigene Schmuckkollektion entworfen © Hellen Pass

Man sieht es den Schmuckstücken nicht an, aber hinter ihnen steckt eine Menge Hightech. Denn anstatt konventionell mit Maschinen oder per Hand, werden die Ringe, Ketten und Armbänder von Stilnest mit dem 3D-Drucker gefertigt. Klingt ausgefallen, doch die Accessoires des Start-Ups überzeugen: nicht nur das Design ist modern und einzigartig, auch die Qualität kann sich sehen lassen.

Interview mit Stilnest-Gründer

Von der innovativen Idee sind auch zahlreiche bekannte Gesichter der Entertainmentbranche begeistert. Unter anderem haben schon Model Ann-Kathrin Brömmel (26) und Youtuberin Nilam Farooq (26) in Kooperation mit Stilnest ihre eigenen Schmuckkollektionen auf den Markt gebracht. Die Nachrichtenagentur spot on news sprach mit Mitgründer Tim Bibow über die Idee hinter dem Unternehmen.

 

Stilnest verfolgt eine neue Idee des Schmuckdesigns: die Stücke kommen aus dem 3D-Drucker. Wie muss man sich den Herstellungsprozess vorstellen?

 

Bibow: Grundsätzlich entsteht beim 3D-Druck der Schmuck schichtweise. Dabei formt sich das Objekt praktisch aus dem Nichts, benötigt werden lediglich feines Pulver und eine digitale 3D-Datei, die sogenannte Bauanleitung. In unserem Fall ist es so, dass wir die Schmuckstücke aus ganz feinem Wachs fertigen, das anschließend ausgegossen und von einem Goldschmied veredelt wird.

 

Beim 3D-Druck denkt man im ersten Moment nicht unbedingt an Schmuck. Zudem wurde Stilnest ausschließlich von Männern gegründet. Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee?

 

Bibow: Tatsächlich waren wir eher sechs technikbegeisterte Machertypen. In erster Linie hat uns daher der 3D-Druck interessiert, doch dann haben wir uns überlegt, welche Industrien davon am meisten profitieren können. Nach vielen Tests, auch im Interior-Design, sind wir auf den Schmuck-Bereich gekommen.

 

Was unterscheidet Stilnest-Produkte von konventionellem Schmuck, gibt es bestimmte Vorteile?

 

Bibow: Sichtbar sind die Unterschiede eigentlich nicht. Aber der 3D-Druck bringt trotzdem einige Vorteile mit sich. Zum Beispiel sind unsere Schmuckstücke extrem präzise und qualitativ hochwertig. Außerdem haben wir beim Design viel mehr Freiheit. Durch den schichtweisen Aufbau lassen sich ganz neue Formen entwickeln, die bei der konventionellen Produktion nicht möglich sind. Zudem bringt der 3D-Druck auch entscheidende wirtschaftliche Vorteile. Zum einen erfordert er weniger Planung, wodurch wir viel schneller auf Trends reagieren und diese umsetzen können, zum anderen können die digitalen Daten einfach gespeichert und auf der ganzen Welt abgerufen werden.

 

Sie arbeiten mit verschiedenen Bloggern und Promis zusammen, die bei Ihnen ihre Schmuckkollektionen verkaufen. Wie kann man sich so eine Kooperation vorstellen?

 

Bibow: Ganz am Anfang sind wir sehr stark auf die Leute zugegangen und haben unser Konzept vorgestellt, doch mittlerweile bekommen wir sehr viele Anfragen und müssen sogar aussortieren. Wenn sich ein Partner gefunden hat, ist es uns extrem wichtig, dass dieser auch das Design der Produkte vorgibt. Dazu haben wir ein Designstudio eigerichtet, in dem verschiedene Experten arbeiten, die ihn dabei unterstützen. Dort werden erste Skizzen und Entwürfe gemacht, Prototypen ausgedruckt und diskutiert bis das fertige Design feststeht.

 

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Personen aus, mit denen Sie eine Kollaboration starten?

 

Bibow: Wir versuchen natürlich ein vielfältiges Portfolio mit ganz unterschiedlichen Leuten auf die Beine zu stellen. Das müssen nicht immer Prominente sein, wir arbeiten auch mit Fashiondesignern, Bloggern oder Architekten zusammen. Hauptsache die Idee ist gut und kreativ. Im Grunde versuchen wir Schmuck neu zu denken und suchen Personen, die uns dabei helfen.

spot on news

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