Abschied von Krause: Das waren seine Chefinnen

Abschied von Krause: Das waren seine Chefinnen
Polizeihauptmeister Horst Krause und Polizeihund Haduck bei ihrem letzten Fall © rbb/Oliver Feist

Eigentlich war Horst Krause (Horst Krause, 73) der ewige Assistent. Doch weil er die einzige Konstante im "Polizeiruf 110" aus Brandenburg war, wurden seine Sonntagskrimis gerne auch "Krause-Polizeiruf" genannt. Krause wurde zur Kultfigur, was sich auch an den inzwischen fünf Spinoff-Filmen zeigt, die Geschichten aus dem Privatleben des Dorfpolizisten erzählen: "Krauses Fest" (2007), "Krauses Kur" (2009), "Krauses Reise" (2009), "Krauses Braut" (2011) und "Krauses Geheimnis" (2014) - Fortsetzung folgt garantiert. Beim "Polizeiruf" ist dafür jetzt Schluss. Wir blicken noch einmal zurück: Das waren seine Chefinnen.

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Kultfigur geht in Rente

Der erste Fall

Katrin Sass (56, "Good Bye, Lenin!") spielte die Hauptkommissarin Tanja Voigt seit 1993. Im Jahre 1998 stieß Krause als Dorfpolizist dazu, damit war sie seine erste Chefin. "Polizeiruf 110: Das Wunder von Wustermark" hieß ihr letzter und sein erster Fall: In dem kleinen Ort Wustermark müssen sich die beiden mit Dettmann (Ben Becker, 50) und Lansky (Otto Sander, 1941-2013) auseinandersetzen. Diese können ein wasserdichtes Alibi vorweisen, obwohl die Spur des gestohlenen Geldes zu ihnen führt...


Chefin Nummer zwei

Es folgte Chefin Nummer zwei. Gemeinsam mit Hauptkommissarin Wanda Rosenbaum (Jutta Hoffmann, 74) löste Krause von 1999 bis 2002 vier Fälle. In den 1970er Jahren gehörte Hoffmann zu den bekanntesten Schauspielerinnen der DDR. Von 1993 bis 2006 unterrichtete sie als Professorin für darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg unter anderem Marie Bäumer (45), Bibiana Beglau (43) und Marc Hosemann (44). Zum 70. Geburtstag widmete ihr das Filmmuseum Potsdam eine Ausstellung. 2011 wurde sie mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin verewigt.


Zwölf Fälle mit Frau Herz

Am längsten arbeitete Krause mit seiner dritten Chefin zusammen. Kommissarin Johanna Herz, gespielt von Imogen Kogge (58). Zwischen 2002 und 2010 kamen die beiden zwölf Mördern auf die Spur. Für ihre Darstellung im "Polizeiruf 110: Kleine Frau" gab's 2006 sogar den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion & Unterhaltung".


Und dann kam Olga...

Und dann kam die Frau mit der faszinierenden Stimme: die gebürtige Leipzigerin Maria Simon (39, "Good Bye, Lenin!"). Als Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski war sie erstmals 2011 in "Polizeiruf 110: Die verlorene Tochter" zu sehen - in Krauses inzwischen 17. Fall.


Die legendäre Schwangerschaftsvertretung

Bis heute ist der "Polizeiruf 110: Die Gurkenkönigin" (2012) einer der besten Sonntagskrimis überhaupt. Wer den gesehen hatte, schaute fortan genauer hin, auch wenn der Krimi mal nicht "Tatort" hieß. Den Fall löste Krause mit Tamara Rusch (Sophie Rois, 53, "Drei"), die als Schwangerschaftsvertretung für Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski übernahm. Während Simon im wahren Leben 2011 das dritte gemeinsame Kind mit ihrem Ehemann und Kollegen, Ex-"Tatort"-Ermittler (1992-2007) Bernd Michael Lade (50, "Karniggels"), zur Welt brachte, bekam auch ihr Alter Ego Lenski ein Kind. Inzwischen ist die Kommissarin allerdings getrennt.


Das große Finale

Mit dem "Polizeiruf 110: Ikarus" verabschiedete sich Polizeihauptmeister Krause nun von Zuschauern, Team und vor allem von seiner letzten Chefin. Lenski bleibt und wird künftig mit Kriminalhauptkommissar Adam Raczek, gespielt von Lucas Gregorowicz (38, "Vorstadtweiber"), in der deutsch-polnischen Mordkommission in Frankfurt an der Oder zusammenarbeiten. Als erstes "Polizeiruf"-Team sind Lenski und Raczek dann grenzübergreifend im Einsatz.


Und was kommt jetzt, Herr Krause?

Am 29. April 2015 feierte der rbb-"Polizeiruf 110: Ikarus" seine Premiere im Potsdamer Kino Thalia. Inzwischen ist auch Krauses 26. Fall Geschichte. Und was macht Herr Krause nun ohne den Sonntagskrimi? "Ich gehe gern spazieren und dann setze ich mich vielleicht mal auf eine Bank, um vor mich hin zu sinnen, oder in ein Café oder eine Kneipe, um bei schöngeistigen Gesprächen hinzuhören..." Dies sagte er im Interview mit spot on news - wenn das mal nicht nach einer weiteren Szene aus der "Krause"-Spin-off-Reihe klingt.

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