Abgesagte Rap-Night: Kollegah wehrt sich

Abgesagte Rap-Night: Kollegah wehrt sich
Kollegah bei einem Auftritt in Leipzig © imago/STAR-MEDIA, SpotOn

Kein Auftritt in Rüsselsheim

Sie war von Anfang an umstritten, nun haben die Stadtverordneten der Stadt Rüsselsheim am Main entschieden, die Rap-Night des Hessentags, die für den 14. Juni 2017 geplant war, nicht mehr durchzuführen. Neben dieser Meldung gibt es auf der Seite "hessentag2017.de" auch eine persönliche Erklärung des Oberbürgermeisters Patrick Burghardt zur Rap-Night, aus der hervorgeht, dass er empfohlen habe, die Veranstaltung abzusagen.

Auftreten sollte in Rüsselsheim unter anderem Kollegah - das hatte der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert. In einem offenen Brief von mehreren jüdischen Organisationen hieß es: "Als ältestes und größtes Landesfest in Deutschland verfolgt der Hessentag das Ziel, die verschiedenen Regionen Hessens darzustellen und zu präsentieren. In diesem Jahr soll nun offenbar auch Hass präsentiert werden. Denn irritiert haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie für den Hessentag am 14. Juni 2017 den Rapper Kollegah unter Vertrag genommen haben. Welche Region, welche Eigenheit, welche Seite Hessens soll er präsentieren?" Aufgeführt werden dann einige Zitate aus Kollegah-Texten, und weiter heißt es unter anderem: "Geben Sie Hass, Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit - geben Sie Kollegah keine Bühne."

Der Rapper selbst veröffentlichte daraufhin einen offenen Brief auf Facebook, in dem er zu den "Vorwürfen des Antisemitismus" schreibt, sie seien "völlig aus der Luft gegriffen und haltlos": "Den teilweise 13 Jahre alten, zum einen Teil aus 'Battlerunden' und zum anderen Teil nicht einmal von mir selbst stammenden von Ihnen herausgepickten Zeilen stehen übrigens aktuellere Zeilen von mir gegenüber wie: 'Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, Nachkommen von Adam. Ganz egal ob wir nun Jahwe, Gott oder Allah sagen'."

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