Aaron Taylor-Johnson in 'Godzilla': Jetzt muss das Monster um sein Leben fürchten

Aaron Taylor-Johnson in 'Godzilla': Jetzt muss das Monster um sein Leben fürchten
Elizabeth Olsen bangt um das Leben von Aaron Taylor-Johnson © Kimberley French

2,5 von 5 Punkten

Seitdem der erste Godzilla-Film vor 60 Jahren herauskam, hat es unzählige Neuverfilmungen über den Kultsaurier gegeben. Das letzte US-Remake lieferte Roland Emmerich im Jahr 1998 mit Matthew Broderick in der Hauptrolle. Da fragt man sich natürlich schon, ob NOCH eine Neuauflage wirklich nötig ist. Denn nun hat sich auch Regisseur Gareth Edwards an den Monster-Mythos aus Japan herangewagt. Diesmal übernimmt jedoch nicht die Riesenechse die Hauptrolle, sondern zwei neue insektenartige Ungeheuer. Leider verlässt sich Edwards zu sehr auf seine animierten 3-D-Monster - die menschlichen Hauptakteure kommen dabei viel zu kurz.

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Von Mariana Jang

Durch eine Erderschütterung stürzt in Japan ein Atomkraftwerk ein, bei dem Sandy Brody (Juliette Binoche, 'Chocolat'), die Ehefrau von Atomphysiker Joe Brody (Bryan Cranston, 'Breaking Bad'), auf tragische Weise ums Leben kommt. In der festen Überzeugung, dass es sich nicht um eine Naturkatastrophe gehandelt hat, sondern um einen Vertuschungsversuch der Regierung, verbringt Joe die nächsten 15 Jahre damit, wie besessen die Ursache für den Einsturz zu finden. Eines Tages gelingt es ihm, sich mit seinem Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson, 'Kick Ass') in die Sperrzone rund um das Atomkraftwerk zu schleusen. Was sie dort entdecken, gibt ihnen die Antwort, auf die sie jahrelang gewartet haben: Unter dem Reaktor wächst ein überdimensionales, insektenartiges Wesen heran, das sich von der radioaktiven Energie des Kraftwerks ernährt und jeden Moment aus seinem Kokon schlüpft...

Bryan Cranston hat ein kurzes Gastspiel

Leider verspricht der Trailer mehr als der Film letztendlich bieten kann. So wird lang und breit mit 'Breaking Bad'-Star Bryan Cranston für den Film geworben - dabei hat er nur ein sehr kurzes Gastspiel. Schade eigentlich, denn gerade seine Präsenz sorgt für die stärksten und emotionalsten Szenen. Der Film beginnt vielversprechend, doch ergibt sich im weiteren Verlauf gar kein richtiger Bezug zur Vorgeschichte. Außerdem wird der Zuschauer ganz schön lange auf die Folter gespannt bis er das Riesenmonster zum ersten Mal in seiner vollen Pracht zu sehen bekommt - dem Star des Films hätte man ruhig mehr Spielzeit einräumen können. Bis dahin muss man sich mit Godzillas Erzrivalen beglücken, den sogenannten Mutos, deren Ähnlichkeit mit Ridley Scotts Aliens nicht von der Hand zu weisen ist.

Aaron Taylor-Johnson, der schon bald in seinem Kampf gegen die Mutos auf sich allein gestellt ist, gibt zwar einen ordentlichen Action-Star à la Channing Tatum ab, schafft es aber nur schwer nach Cranstons Abgang in dessen Fußstapfen zu treten und diese Lücke zu füllen. Eine etwas undankbare Rolle hat Elizabeth Olsen, die die perfekte Ehefrau und Mutter spielt. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, schluchzend und besorgt auf ein Lebenszeichen ihres Mannes zu warten. Echte Action-Szenen sind hier nur den Männern vorbehalten und so bleibt Olsen eine kleine, unscheinbare Randfigur, die ihr schauspielerisches Potential nicht wirklich entfalten kann.

Pluspunkte gibt es für die visuellen Effekte und die sehr realistische Darstellung von Godzilla. Man hätte sich allerdings noch mehr Spielereien mit den 3-D-Effekten gewünscht. Diese wurden kaum genutzt, um den Zuschauer noch näher in das Geschehen hineinzuziehen, obwohl es dafür genügend Vorlagen gegeben hätte. Auf die Hollywood-typischen Sprücheklopfer und die obligatorischen Sex-Szenen wurde dieses Mal ganz verzichtet - ohne Klischees kommt der Film dann aber doch nicht aus.

Kinostart: 15. Mai 2014

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