'A World Beyond' mit George Clooney: Zwei Mädels spielen ihn an die Wand

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'A World Beyond' mit George Clooney: Zwei Mädels spielen ihn an die Wand
Zwei Mädchen spielen George Clooney regelrecht an die Wand.

2,5 von 5 Sternen

Dass wir das noch erleben dürfen: Zwei junge Mädels spielen George Clooney an die Wand. Und er? Lässt es sich amüsiert gefallen. Schließlich weiß er, dass die zwei die Heldinnen sind im neuen Disney-Film ‚A World Beyond‘, der deutlich junge Teenager als Zielpublikum im Visier hat. Und natürlich macht Clooney seine Sache souverän wie immer in dem fantastisch ausgestatteten SciFi-Abenteuer. Dank ihm haben die Mamis haben auch was zu gucken, auch wenn er als Tüftler Frank Walker meist im Flanell-Karohemd unterwegs ist.

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Doch zunächst einmal stehen die Kids im Vordergrund: Regisseur Brad Bird (sein letzter Kinohit war ‚Mission: Impossible – Phantom Protokoll ‘) führt uns nach einer kurzen Einführung durch jenen Frank Walker zurück ins Jahr 1964. Der kleine Frank Walker, als Kind gespielt von Thomas Robinson, reist allein zur Weltausstellung nach New York. Er will dort seine Erfindung vorstellen, eine Ein-Mann-Flugmaschine aus zwei Staubsaugern, die nicht von ungefähr an den Raketenrucksack im Bond-Film ‚007 – Feuerball‘ aus dem Jahre 1965 erinnert.

Leider hat Franks Prototyp noch so seine Macken, David Nix, der Leiter des Entwicklerpavillons (gespielt von ‚Dr. House‘ Hugh Laurie), schickt den kleinen Frank erbarmungslos wieder spielen. Doch da taucht die geheimnisvolle junge Athena (apart: Raffey Cassidy, das junge Schneewittchen aus ‚Snow White And The Huntsman‘) auf und drückt Frank einen Pin in die Hand, der ihn aus einem Themenpark – wir sind hier ja schließlich bei Disney! – auf spektakuläre Weise in eine andere Welt befördert. Es ist optisch atemberaubend, wie uns Brad Bird hier aus dem zeitgerecht durchgestylten 1964 ins futuristisch durchgestylte ‚Tomorrowland‘, so auch der Originaltitel des Films, befördert. Aber hätten wir von dem Mann, der ‚Ratatouille‘ und ‚Die Unglaublichen‘ gemacht hat, anderes erwartet?

Kinotrailer 'A World Beyond'
Kinotrailer 'A World Beyond' George Clooney gegen Hugh Laurie 00:01:31
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'A World Beyond' mit George Clooney: Zwei Mädels spielen ihn an die Wand
Casey (Britt Robertson) ist in Tomorrowland richtig von den Socken.

Doch auch in Tomorrowland herrscht David Nix, und schon fällt Frank wieder in Ungnade. Eine zweite große Rückblende erläutert uns die Verbindung zwischen Frank Walker und der Jugendlichen Casey Walker (die 25-jährige Britt Robertson, zurzeit mit gleich zwei weiteren Filmen im Kino: an der Seite von Scott Eastwood in ‚Kein Ort ohne dich‘ und in einem Kurzauftritt im Jennifer-Aniston-Film ‚Cake‘). Auch Casey, ein echter Technik-Freak, gerät auf mysteriöse Weise nach Tomorrowland und ist von den Socken. Ihr vermeintlicher Ausflug in die Zukunft endet ebenfalls jäh, und sie setzt alles daran, wieder dorthin zurückzukommen. Auf einmal tritt auch die kleine Athena wieder auf den Plan und entpuppt sich als knallharter Knochen, der für mancherlei Überraschung gut ist. Da kommt dann ganz schön Action in die bis dahin eher gemütlich getaktete Geschichte.

Bird wartet mit einem ganzen Füllhorn visueller Einfälle auf und treibt die Action in der letzten Stunde gnadenlos voran, sodass kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Dabei fürchtet man leider nie wirklich um die drei Protagonisten, obwohl sie allesamt klasse spielen. Als Charaktere sind sie zu flach und unpersönlich angelegt, sie sind hauptsächlich Funktionsträger für eine Story mit recht simpel gestrickter Moral. Aber diese Schwachstellen verblassen in einem sonst ansprechenden Gesamtbild – wenn man von der aufdringlichen Eigenwerbung für Produkte aus dem Hause Disney mal absieht.

Hugh Laurie überzeugt als Antagonist mit eher leisen Tönen. Auch mit der Entscheidung für zwei weibliche Heldinnen hat Bird alles richtig gemacht. Dass die beiden toughen Mädels keine Schminkpinsel sind, macht sie auch für heranwachsende Jungs zu Identifikationsfiguren. Die werden es auch mögen, dass manche Szenen verdammt brutal sind, obwohl hier kein Tropfen Blut fließt. Insgesamt also ein ansprechendes Abenteuer für die Größeren in der Familie, dessen Altersfreigabe ab zwölf Jahren völlig gerechtfertigt ist.

Kinostart: 21. Mai 2015

Genre: Science Fiction

Originaltitel: Tomorrowland

Filmlänge: 130 Minuten

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