50 Jahre "Raumpatrouille Orion": Fünf Fakten zur Kultserie

50 Jahre "Raumpatrouille Orion": Fünf Fakten zur Kultserie
Stolz posiert die Crew der Orion auf der Brücke © Euro Video, SpotOn
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Kurz nach "Star Trek"-Jubiläum

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von Übermorgen." Mit diesen Worten feierte die charmante deutsche Science-Fiction-Serie "Raumpatrouille Orion" am 17. September 1966 ihre Premiere im Ersten. Anlässlich des 50. Geburtstags - der große Bruder "Star Trek" feierte nur etwas über eine Woche zuvor ebenfalls rundes Jubiläum - gibt es hier die wichtigsten und interessantesten Fakten zur Serie. Oder mit den Worten des Intros ausgedrückt: "Begleiten wir die Orion und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit".

Wer war zuerst da

Was ist denn nun wirklich die ältere Serie, "Orion" oder "Star Trek"? Denn auch wenn Gene Roddenberrys Show wie bereits erwähnt neun Tage früher ausgestrahlt wurde, die Idee dazu soll ihm erst 1963 gekommen sein. "Orion"-Erfinder Rolf Honold legte das Konzept für das deutsche Pendant bereits 1962 bei der Bavaria vor. Bei den Drehtagen hatten dann aber wieder James T. Kirk und seine Enterprise die Nase vorne: Der Pilot wurde am 12. Dezember 1964 gedreht. Die Besatzung der Orion um Kapitän Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) fand sich erst am 15. März 1965 ein, um die Reise ins Weltall zu filmen. Insgesamt ein knapper Punktsieg für "Star Trek" also.

Hauswaren- und Sanitärläden geplündert

Not macht bekanntlich erfinderisch und so fanden sich auf der Brücke des Raumschiffs Orion zahlreiche Gegenstände ein, die so gar nichts mit der Zukunft zu tun haben wollten. Am auffälligsten prangte stets ein schickes 60er-Jahre-Bügeleisen als Bedienungselement des Maschinenleitstands des Schiffes. Aufmerksame Zuschauer konnten zudem Pappbecher, Bleistiftspitzer und Wasserhähne erspähen.

Der einstige Produktionsdesigner der Serie, Rolf Zehetbauer, plauderte darüber mit dem "Spiegel": "Wir hatten kein Geld und sollten eine aufwändige Science-Fiction-Serie machen. Das war der Auftrag damals. Wir waren gezwungen, überall zu improvisieren. Die Ausstattung für das Raumschiff eigens anfertigen zu lassen, war völlig ausgeschlossen. Also haben wir nach Dingen gesucht, die es schon gab." Das Ergebnis kann sich noch heute sehen lassen und repräsentiert einen großen Teil des Charmes der Show.

Wann ist "Übermorgen"?

Wann genau die Abenteuer der Enterprise stattfanden (oder besser gesagt stattfinden werden), das war im Vorspann jeder Episode zu hören. Wann in der Zukunft aber die Orion auf Raumpatrouille gehen wird, das ist nicht so gut bekannt. Denn in den insgesamt sieben Episoden wird kein einziges Mal ein genaues Datum genannt. Dennoch steht das Jahr 3000 als Handlungszeitraum mehr oder weniger fest. Zum einen wird dieses Jahr in der später veröffentlichten Roman-Serie des Öfteren genannt, zum anderen soll sich Gerüchten zufolge diese Jahreszahl auch in den Produktionsunterlagen befunden haben. Damit würde die Orion also gut 800 Jahre nach der Enterprise in Weltraum-See stechen.

Wer hat's erfunden?

Das war Rolf Honold. Bei den Drehbüchern hatte er aber Hilfe von einem Autorenteam, das gesammelt unter dem Pseudonym W.G. Larsen schrieb. Anders als heute üblich basiert die Serie also nicht auf den Romanen, sondern umgekehrt. Autor Hans Kneifel wandelte die sieben Episoden Ende der 60er zu Büchern um und erweiterte anschließend das Universum mit weiteren Geschichten über die Crew.

Patrouille im Kino

Auch auf die ganz große Leinwand hat es "Raumpatrouille Orion" geschafft. 2003 wurde allerdings kein neues Material gedreht oder wie etwa bei "Star Trek" ein Reboot vollzogen. Vielmehr wurden aus den sieben altbekannten Episoden verschiedene Szenen entnommen und unter dem Titel "Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino" zu einem insgesamt 90 Minuten langen Film umgeschnitten. Das berühmte Intro von Claus Biederstaedt sprach für das Kino Schauspieler Ben Becker ein.

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